Der große Kampf des Max Westerkamp

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Der große Kampf des Max Westerkamp

Walheim verliert in der Judo-Bundesliga auch gegen Witten. Nach der 5:8-Niederlage gibt es dennoch ein dickes Trainer-Lob.

Von Heribert Förster

Walheim. Max Westerkamp liegt auf der Matte und pumpt. Pumpt ganz heftig. Neben ihm liegt Robby van Laarhoven. Auch er pumpt, pumpt ganz heftig. Hinter den beiden liegt eine wahre Mattenschlacht, die alleine schon das Eintrittsgeld wert war. Das Publikum hatte gejohlt, getrampelt, applaudiert, Max? Trainer Frank Heynen war genau wie Max? verletzter Bruder Robert neben der Matte auf- und abgetigert, beide hatten den 18-Jährigen immer wieder angefeuert, immer wieder schrie Heynen Max Westerkamp fünf Worte zu: ?Du setzt vor ihm an.? Gemeint war der Griff, um den erfahrenen Niederländer in die Passivität zu treiben. Und nachdem Westerkamp schon nach 60 Sekunden drei Verwarnungen kassiert hatte, befolgte er Heynens Anweisung, auch van Laarhoven wurde dreimal verwarnt. Der Kampf tobte, es war kein schönes Judo, aber dramatisch, begeisternd, faszinierend. Van Laarhoven bekam zwei kleine Wertungen gutgeschrieben, die ihm am Ende den Sieg bescherten. Aber Respekt und Anerkennung gebührten im gleichen Maße dem Walheimer Talent.

Die Worte, die Frank Heynen am späten Abend zu seiner Mannschaft sprach, galten allen Kämpfern, nicht nur Max Westerkamp. ?Ich bin stolz über die Art und Weise, wie wir in der Ersten Liga kämpfen?, verteilte Heynen ein Riesen-Kompliment an seine Aufsteiger, die zuvor auch im vierten Kampf der Gruppe Nord in der Bundesliga zum vierten Mal verloren hatten. Diesmal mit 5:8 gegen die SUA (Sport Union Annen) aus Witten, aber zum vierten Mal verkaufte sich die junge Mannschaft prächtig, begeisterte die rund 300 Fans, die trotz der Niederlage beeindruckt die Halle verließen.

?Alles ist okay so?, sah Heynen nach einer (kurzen) Nacht das Glas halbvoll gefüllt. Auch wenn mit Nils Becker (Lungenentzündung), Max Baczak (Abiturfeier), Rupert Hammen (Ohr-Operation), Marlon Hütten (Gewichtsprobleme), Max Strote (Kreuzband-OP), Robert Westerkamp (Finger-OP), Toma Nikiforov (Schulter-OP) und Steffen Krüger (Trauzeuge) acht starke Kämpfer gefehlt hatten, boten die Walheimer den ebenfalls ersatzgeschwächten Gästen mehr als gut Paroli. ?Wenn wir nicht unsere vielen Verletzten hätten, wäre zum Beispiel ein Lars Entgens kaum auf acht Einsätze bisher gekommen?, sieht Heynen die positiven Seiten des Verletzungspechs, auf denen steht: Erfahrung auf höchstem Niveau sammeln. Und Entgens ist so etwas wie der Vorzeigesammler, denn der 20-Jährige feierte auch am Samstag wieder einen überraschenden Sieg. Gegen Benjamin Behrla lieferte Entgens einen beherzten Kampf, trieb den ehemaligen Walheimer Einzelstarter, Olympia-, WM- und EM-Teilnehmer zu drei Verwarnungen. Und als Behrla bei einer Aktion an Entgens? Bein griff (was seit dieser Saison verboten ist), kassierte Behrla die vierte Verwarnung, die gleichbedeutend mit einer Niederlage ist. Eine glückliche Entscheidung für Entgens, nicht alle Kampfrichter hätten so entschieden. Dafür gab es auch weniger gute Entscheidungen des insgesamt unsouverän agierenden Kampfgerichts gegen die Hertha.

Neben Entgens, der im zweiten Durchgang dann schnell den Ärger Behrlas zu spüren bekam, sorgten Jérémy Cadoux-Duc (2), Damien Bomboir und Grim Vuijsters für die ?eingeplanten? Siege. 5:5 stand es nach elf Kämpfen, als 90-kg-Mann Patrick Haas im Schwergewicht auf 81-kg-Mann Stefan Oldenburg traf. Doch Walheims Trainer war vielleicht ein wenig zu übermotiviert und nach knapp zwei Minuten Kampfzeit auch richtig frustriert. Haas hatte verloren, und nachdem auch Entgens und Arthur Westerkampf ihre Duelle abgeben mussten, stand fest: Für Walheim geht es am 21. und 28. September in zwei Play-down-Kämpfen (wahrscheinlich) gegen Bottrop um den Klassenerhalt. Der keine Utopie ist, denn trotz der vier Niederlagen bisher haben die jungen Walheimer eindrucksvoll bewiesen, dass sie eine Bereicherung für die Bundesliga sind.

Die Ergebnisse in der Reihenfolge, in der gekämpft wurde,

1. Durchgang,
Klasse bis 60 kg: Jérémy Cadoux-Duc - Felix Edling 7:0 (Kampfzeit: 5:00)
- 73 kg: Sven Thelen - Henrik Lauer 0:10 (1:49)
- 90 kg: Patrick Haas - Robby van Laarhoven 0:1 (5:00)
- 66 kg: Maxime Junghänel - Nicki Graczyk 0:0 (5:00)
+ 100 kg: Grim Vuijsters - Lutz Behrla 10:0 (4:52)
- 100 kg: Lars Entgens - Benjamin Behrla 10:0 (4:13)
- 81 kg: Barthi Konat - Stefan Oldenburg 0:10 (0:54)

2. Durchgang,
Klasse bis 60 kg: Cadoux-Duc - Edling 10:0 (2:10)
- 73 kg: Philip Volkmer - Jan-Herwig Hapke 0:10 (4:00)
- 90 kg: Max Westerkamp - van Laarhoven 0:5 (5:00)
- 66 kg: Damien Bomboir - Marcel Haupt 10:0 (1:30)
+ 100 kg: Haas - Oldenburg 0:10 (1:59)
- 100 kg: Entgens - B. Behrla 0:10 (0:31)
- 81 kg: Arthur Westerkamp - Martin Matijas 0:10 (4:15)

(AZ/AN vom 01.07.2013)

Autor: Frank Heynen

Letzte Änderung: 15.04.2014

Erstellt am: 02.07.2013


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