Haas: „Wir werden einfach unseren Stiefel weiterkämpfen“

Judo-Zweitligist Hertha Walheim muss zum Spitzenkampf nach Holle
Aachener Zeitung und Nachrichten
Maxime Jughänel (oben) im Kampfeinsatz

Walheim. Patrick Haas muss dann doch einen Moment überlegen. „Puuh, das ist eine schwierige Frage.“ Dann kommt die Antwort: „Zwölf.“ Ganz spontan sollte der Trainer des TSV Hertha Walheim sagen, wie viele verschiedene Sieger der Judo-Zweitligist in den bisherigen drei Kämpfen der Saison in der Liste stehen hat. „Zwölf“, sagt Haas und man spürt, er hat sich aus seiner Sicht für eine ziemlich hohe Zahl entschieden. Es haben sich 15 Herthaner(!) als Sieger feiern lassen können, wobei Lars Entgens und Arthur Westerkamp sogar in zwei Gewichtsklassen Punkte für die Mannschaft eingefahren haben.

„Das zeigt, dass wir da sind, wo wir hin wollten“, freut sich Haas, erstaunt über 15 bzw. 17 verschiedene Sieger in den sieben Gewichtsklassen. „Früher hatten wir vier Spitzen-Judokas, die für acht Punkte sorgen mussten. Und dann hatten wir ‚Wurffutter‘ dabei“, sagt der Trainer ein wenig despektierlich. Doch das sind längst vergangene Zeiten, „heute muss ich keinen mehr aufstellen, von dem ich sage: Der hat keine Chance“.

Haas und sein Trainer-Partner Frank Heynen können aus einem viel versprechenden Kämpfer-Pool schöpfen, so dass auch die nicht gerade leichte Aufgabe am Samstag beim niedersächsischen Klub Judo in Holle (Landkreis Hildesheim) mit einem starken Aufgebot in Angriff genommen werden kann.

Holle, nach zwei Siegen in zwei Kämpfen als einziges Team der Liga noch ohne Verlustpunkt, musste vergangenen Samstag beim 12:1-Kantersieg im Niedersachsen-Derby bei den allerdings nicht sehr gut aufgestellten Braunschweigern auf die verletzten Lambert-Brüder Maxime (Klasse -  81 kg) und Christophe (- 90 kg) verzichten. „Wenn die beiden fit sind, dann kann es sehr unangenehm werden“, sagt Haas, der die Haas-Heynensche Trainer-Philosophie für diese Saison auf den Punkt bringt. „Wir werden einfach unseren Stiefel weiterkämpfen.“ Stiefel heißt: Die Walheimer schauen nicht auf das Gesamtergebnis, sondern werden weiter vielen Kämpfern eine Chance geben, sich zu präsentieren, Erfahrung zu sammeln. Zumal für Haas klar ist: „Die Leute, die wir haben, denen traue ich auch immer einen Sieg zu.“

Eine „Oranje“-Fraktion

Die Reise nach Niedersachsen werden die beiden Belgier Niclas Plomb (- 60 kg) und Toma Nikiforov (- 100 kg) nicht mit antreten, dafür wird eine „Oranje“-Fraktion die Hertha-Reihen verstärken. In der Klasse bis 81 Kilogramm gehören Graatje Weber und Arno Savelkoul zum Team, bei den „schweren Jungs“ Routinier Grim Vuijsters und der erst 17-Jährige Jur Spijkers, der vielleicht einmal in Vuijsters große Fußstapfen treten könnte. „Grim hat mit mir vor 18 Jahren hier angefangen und nie den Verein gewechselt“, erinnert sich Patrick Haas. Kommt Spijkers am Samstag in Holle zu seinem ersten Zweitliga-Einsatz, könnte er Nummer 16 in der Walheimer Siegerliste der Saison 2014 sein. (fö)

(AZ/AN vom 22.05.2014)

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 16.10.2014

Erstellt am: 23.05.2014


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