Herthas Judo-Krimi

Walheimer Judoka im Duell mit Verfolger Gladbach
Icon TSV Hertha Walheim
Trainer Frank Heynen

Aachen. Mehr Spannung geht kaum: In der 2. Judo-Bundesliga kommt es am Samstagabend (18 Uhr/Halle Inda-Gymnasium, Kornelimünster) zum Spitzenkampf zwischen Tabellenführer Hertha Walheim und Verfolger JC Mönchengladbach. Und Hertha-Trainer Frank Heynen verspricht: „Ich erwarte einen Krimi. Das wird Werbung für den Judosport.“ Nicht nur, weil der Erste gegen den Zweiten antritt. „Es ist ein Derby. Und die Matches sind immer eng.“ Aber – anders als in der Vergangenheit – in positiver Atmosphäre. „Die Jungs kennen sich alle sehr gut. Aber es gibt keine Ressentiments – wir werden anschließend sogar zusammen essen gehen.“ Wem es dann als Sieger besser munden wird, ist nur sehr schwer zu prognostizieren. „Es ist alles möglich, es wird auf jeden Fall eng“, glaubt Heynen.

Die Paarung ist deshalb auch so interessant, weil beide Klubs eine ausgewiesen gute Jugendarbeit betreiben. Herthas Aushängeschild Lars Entgens (-100 kg) stehen auf der Gegenseite mit Marcel Bizon (-60 kg) und Benjamin Bouizgarne (+100 kg) zwei Deutsche U 20- Meister gegenüber. Und Walheims Coach gerät fast ins Schwärmen bei der Beschreibung weiterer JC-Kämpfer, etwa über Vahid Sarlik, der neuer Trainer der Gladbacher ist: „Eine Granate!“ Und über Mike Odenthal (-90 kg): „Er könnte der neue deutsche Superstar werden. Ich bin ein richtiger Fan von ihm.“ Allerdings steht das Gladbacher Eigengewächs durch seine vielen internationalen Termine dem JC nicht immer zur Verfügung.

Wen das Trainergespann Frank Heynen/Patrick Haas morgen aufbieten wird, bleibt ein Geheimnis. Für die Auswärtsaufgabe bei Bushido Köln verordneten sie keinen Datenschutz. „Da war das egal.“ Gegen den großen Konkurrenten aus Mönchengladbach aber lässt man sich nicht in die Karten gucken, „wen man wohin stellt und in welcher Runde“.

Heynen verspricht, dass die Zuschauer einen packenden Kampftag erleben, aber nicht, dass sie rechtzeitig zum Anpfiff des Pokalendspiels zwischen Bayern und Dortmund wieder zuhause sein werden. „Natürlich ist es gegen eine Flaschenmannschaft möglich, in zwei Stunden fertig zu sein. Aber Gladbach und wir sind auf Augenhöhe.“ Nicht alle sind diesen Argumenten zugänglich. „Der Schwiegervater meines Bruders wird nicht kommen, er ist Bayern-Fan.“ Fußball-Anhänger ist Frank Heynen auch, aber passend zum Kampfabend: Gladbach-Fan! (bsc)

(AZ/AN vom 16.05.2014)

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 16.10.2014

Erstellt am: 16.05.2014


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