"Späteinsteiger“ sichert Herthas Unentschieden

Walheimer gewinnen in der Spitzenbegegnung der 2. Judo-Bundesliga gegen Mönchengladbach die beiden letzten Kämpfe. Junghänel „Mann des Tages“
Aachener Zeitung und Nachrichten
Toma Nikiforov sichert das Unenetschieden

Walheim. 15 Minuten vor Kampfbeginn wurden die Fragen ängstlicher. Wo ist Frankie? Der Walheimer Cheftrainer Frank Heynen war aus der Halle raus, zum Gangolfsberg steppend und suchte Blickkontakt zur A 44. Die „Belgier“, Nicolas Plomb und Toma Nikiforov, waren noch nicht da. Die Jungs standen im Stau. Und wie wichtig das gerade noch rechtzeitige Eintreffen (17:58) von Sportsfreund Nikiforov zum Kampfbeginn (18 Uhr) war, stellte sich zwei Stunden später raus. Denn der -100-Kilo-Athlet sicherte mit einem Ippon über den Mönchengladbacher Sascha Wahin so gerade noch das Unentschieden. Verbunden mit der Tabellenführung, die Judo-Zweitligist Hertha Walheim auf den letzten Drücker gehalten hatte.

Ein bisschen „Schuld“ waren die Gladbacher daran aber auch. Denn durch ihre sportlich sehr faire Geste, die „Späteinsteiger“ Nikiforov und Plomb doch noch an die Waage lassen zu dürfen, ermöglichte indirekt den siebten Walheimer Punkt. Zwei Runden vor Schluss des NRW-Spitzenduells hatten die heimischen Herthaner noch 5:7 zurückgelegen. Doch im „Hexenkessel“ der Inda-Sporthalle kamen die Schützlinge des Trainergespanns Frank Heynen und Patrick Haas noch mal eindrucksvoll zurück. Trainer Patrick Haas schaute zurück: „Klar, das war ein gewonnener Punkt für uns. Mit diesen glänzenden Erfolgen von Maxime Junghänel haben wir gar nicht so gerechnet. Und Arno Savelkoul, dem wir einfach mal eine Chance geben wollten, hat diese voll genutzt“.

Eng war es immer, nur gegen Ende des Derbys sah es nach einem Erfolg der Gäste vor 400 Zuschauern aus. Dabei hatten die Walheimer zwischenzeitlich 5:4 geführt und gaben danach drei Kämpfe hintereinander aus den Händen. Es begann gut, nachdem Maxime Junghänel per Ippon gegen Vahid Sarlak (66 kg) den ersten Punkt sicherte. Patrick Haas und Robert Westerkamp (siehe Ergebnisleiste) verloren, Gladbach ging 2:1 in Front. Den Ausgleich holte Rupert Hammen mit einem Sieg sieben Sekunden vor Schluss herein, doch dann trumpften die JCler Marcel Bizon und Andres Buscher für die Gäste auf. Es stand 2:4 gegen die Gastgeber. „Löwe“ Lars Entgens verkürzte mit seinem Punktsieg auf 3:4 zur Pause.

Dann warf der „Mann des Tages“, Maxime Junghänel, Jan Dörbandt nach 53 Sekunden auf die Matte. „König“ Grim Vuijsters machts noch kürzer und braucht nur 49 Sekunden, bis er Ippon-Sieger über Benjamin Bouizgarne wird. Es steht 5:4 für die Herthaner. Dann kämpfen Arthur Westerkamp, Rupert Hammen und Nils Torben Becker leidenschaftlich, doch die Punkte gingen an die Gladbacher. Bis Arno Savelkoul und Toma Nikiforov doch noch das Unentschieden perfekt machten. Da verspürte kein Zuschauer das Bedürfnis, an den Fernseher zu spurten, um das Pokalfinale zu sehen. Erst mussten die „Wale“ noch gefeiert werden . . . (mali)

Die Kämpfe,

- 66 kg: Maxime Junghänel - Vahid Sarlak 1:0,
+ 100 kg: Patrick Haas - Mojtaba Akbari 0:1,
- 81 kg: Robert Westerkamp - Marc Odenthal 0:1,
- 73 kg: Rupert Hammen - Julius Förster 1:0,
- 60 kg: Nicolas Plomb - Marcel Bizon 0:1,
- 81 kg: Florin Petrehele - Andreas Buscher 0:1,
- 100 kg: Lars Entgens - Oliver Zabel 1:0

- 66 kg: Maxime Junghänel - Jan Dörbandt 1:0,
+ 100 kg: Grim Vuijsters - Benjamine Bouizgarne 1:0,
- 90 kg: Arthur Westerkamp - Marc Odenthal 0:1,
- 73 kg: Rupert Hammen - Vahid Sarlak 0:1,
- 60 kg: Nils Torben Becker - Marcel Bizon 0:1,
- 81 kg: Arno Savelkoul - Andreas Buscher 1:0,
- 100 kg: Toma Nikiforov - Sascha Wasin 1:0.

(AZ/AN vom 19.05.2014)

Bildergalerie

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 16.10.2014

Erstellt am: 19.05.2014


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