Walheimer zahlen in Holle Lehrgeld

Nach der 4:9-Niederlage haben die Hertha-Judokas so gut wie keine Chance mehr auf den Wiederaufstieg in die Bundesliga
Aachener Zeitung und Nachrichten
Arno Savelkoul (links) im Kampf

Holle/Walheim. Mal angenommen Alemannia Aachens Fußballer hätten in der kommenden Saison das vorentscheidende Spiel um den Aufstieg in die 3. Liga, doch der überragende Spieler wird von Trainer Peter Schubert geschont, da er für die kommende Woche eine Einladung für ein DFB-Auswahlteam hätte. Das ist nur schwer vorstellbar.

Nicht so im Judo, nicht so beim TSV Hertha Walheim. Lars Entgens, eines der sportlichen Aushängeschilder des Vereins und ein sicherer Punktesammler, wurde am Samstag im Zweitliga-Spitzenkampf beim Klub Judo in Holle nicht eingesetzt, nachdem er in der vergangenen Woche ein bisschen kränkelte und in der kommenden Woche in Celje bei einem internationalen Turnier startet. Lars hätte kämpfen können, doch das Trainerduo Frank Heynen und Patrick Haas schonte den 100-kg-Kämpfer, um seinen Start in Slowenien nicht zu gefährden.

Auch deshalb verlor die Hertha mit 4:9 – aber nicht nur deshalb. „Vergangenes Wochenende hatten wir bei unserem Unentschieden gegen Mönchengladbach viel Glück, diesmal hatten wir eher Pech“, sagte Frank Heynen, und Patrick Haas ergänzt: „Wir haben Lehrgeld gezahlt.“

Becker schwächelt

Dass auch Robert und Max Westerkamp wegen ihrer Verletzungen (Schulter bzw. Rippe) nicht auf die Matte gingen, Nils Becker sich schlapp fühlte und sich vor, zwischen und nach seinen Kämpfen übergeben musste, kam dazu, gleich in vier Duellen gaben Walheimer Kämpfer zudem eine Führung aus der Hand. „So hat Holle verdient gewonnen, die haben auch eine starke Mannschaft“, erkannte Heynen neidlos an und war alles andere als unzufrieden mit dem meist couragierten Auftreten seiner Jungs.

Ein Sonderlob gab es von Heynen für den Kollegen Haas. Der engagierte Stolberger SPD-Lokalpolitiker hatte vergangene Woche verständlicherweise einiges zu tun, hat nach dem verletzungsbedingten Ausfall Robert Westerkamps dann doch Gewicht gemacht und zeigte gegen seinen Angstgegner Jean Docquier „einen Superkampf. Da hat er mir viel Respekt abgenötigt“, erzählte Frank Heynen, der auch „seine 66er“ mit Lob überhäufen durfte. Max Baczak und Maxime Junghänel zeigten – mal wieder – blitzsaubere Leistungen und steuerten wie auch Schwergewichtler Grim Vuijsters einen Punkt bei. Dass die Walheimer ihrer Maxime treu bleiben, in jeder Situation möglichst vielen Kämpfern Einsatzzeiten zu geben, beweist das Debüt des erst 17-jährigen Jur Spijkers, der gegen den erfahrenen Belgier Nathan Gielis erwartungsgemäß chancenlos war.

Mit der Niederlage sind die Aussichten der Herthaner auf den Wiederaufstieg so gut wie weg, Holle oder Mönchengladbach dürften den ersten Platz nach der Sommerpause unter sich ausmachen.(fö)

Die Kämpfe in der Reihenfolge, in der gekämpft wurde,

1. Durchgang,
Klasse bis 73 kg: Robert Barwig - Bernhard Bolz 10:0 (Kampfzeit: 3:02 Minuten)
- 60 kg: Maximilian Zimmermann - Nils Becker 5:0 (5:00)
- 81 kg: Anton Werner - Arno Savelkoul 7:0 (5:00)
- 66 kg: Arne Koch - Max Baczak 0:10 (3:14)
- 90 kg: Jean Docquier - Arthur Westerkamp 0:0 (5:00)
+ 100 kg: Lukas Rollwage - Grim Vuijsters 0:10 (1:40)
- 100 kg: Maximilian Schrader - Artur Knak 10:0 (4:38)

2. Durchgang,
- 73 kg: Barwig - Urs Richter 7:0 (5:00)
- 60 kg: Zimmermann - Becker 10:0 (1:53)
- 81 kg: Kevin Haine - Graatje Weber 10:0 (4:22)
- 66 kg: Giulian Greco - Maxime Junghänel 0:10 (1:43)
- 90 kg: Docquier - Patrick Haas 0:7 (5:00)
+ 100 kg: Nathan Gielis - Jur Spijkers 10:0 (0:21)
- 100 kg: Florian Neumann - Arthur Westerkamp 10:0 (0:13)

(AN/AZ vom 26.05.2014)

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 16.10.2014

Erstellt am: 26.05.2014


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