Brand „freut“ sich über die Niederlagen

2. Judo-Bundesliga: Auch Walheim verliert
Aachener Zeitung und Nachrichten
Brand „freut“ sich über die Niederlagen

Von Heribert Förster

Aachen. Außer Spesen nichts gewesen: Dreimal traten die Zweitliga-Judoka von Hertha Walheim und dem Brander TV am Samstag auf die Matte. Doch für Walheims Männer gab es bei der 5:8-Niederlage beim KSC Asahi Spremberg ebenso wenig etwas zu feiern wie für die Branderinnen bei den 3:4- Niederlagen gegen den TuS Hermannsburg und den MTV Vorsfelde beim letzten Kampftag in Vorsfelde. Das Brander Team von Trainerin Julia Janßen beendet die Saison als guter Vierter, die Walheimer um Trainer Patrick Haas bleiben auf Tabellenplatz drei.

Die Niederlage konnte Haas schnell erklären: „Uns fehlte die taktische Variabilität.“ Mit nur zehn Kämpfern hatte der Trainer die Reise in den Osten des Landes angetreten, und damit gab es keine Chance, auf die Aufstellung der Gastgeber zu reagieren. Da die Spremberger eine starke Formation aufgeboten hatten, war die Chance auf einen Walheimer Sieg schon vor dem Gang auf die Waage gering. „In Bestbesetzung hätten wir gewonnen“, ist sich Haas aber nach den 14 Kämpfen sicher. So fuhren Lars Entgens und Arthur Westerkamp nach jeweils zwei überzeugenden, starken Auftritten zwei Siege ein, den fünften Punkt steuerte Jérémy Cadoux-Duc bei. Ein Unentschieden holte zudem Max Baczak, der erstmals in der Liga in der Klasse bis 73 Kilogramm auf die Matte ging. Für die anderen Walheimer wie den gut aufgelegten Ruppert Hammen gab es nichts zu holen. Hammen (-73 kg) verlor gegen den bärenstarken Ranglistenturnier-Sieger Johannes Kruse, der im zweiten Durchgang auch eine Klasse „höher“ auch Arno Savelkoul besiegte.

Die Kämpfe in der Reihenfolge, in der gekämpft wurde,
1. Durchgang,
Klasse - 90 kg: Richard Gottwald - Arthur Westerkamp 0:10 (3:06 Minuten)
+ 100 kg: Sebastian Bähr - Pascal Noppenberger 10:0 (1:14)
- 73 kg: Johannes Kruse - Ruppert Hammen 10:0 (1:14)
- 66 kg: Georg Reiter - Jérémy Cadoux-Duc 7:0 (5:00)
- 81 kg: Johannes Karsch - Arno Savelkoul 7:0 (5:00)
- 100 kg: Sascha Michalski - Lars Entgens 0:10 (4:14)
- 60 kg: Mathias Huemer - Marcel Lennings 10:0 (1:52)
2. Durchgang,
- 90 kg: Florian Gensel - A. Westerkamp 0:10 (2:19)
+ 100 kg: Bähr - Patrick Haas 10:0 (2:03)
- 73 kg: Nils Dochow - Max Baczak 0:0 (5:00)
- 66 kg: Oleg Ilts - Cadoux-Duc 0:5 (5:00)
- 81 kg: Kruse - Savelkoul 7:0 (5:00)
- 100 kg: Michalski - Entgens 0:10 (0:57)
- 60 kg: Huemer – Nils Torben Becker 10:0 (3:26)

Zweimal verloren – und dennoch erleichtert. Das ist die Gemütslage bei den Branderinnen, die als Neuling die Saison auf Platz vier abschließen. Hätten sie zweimal gewonnen, was möglich war, hätten sie als Tabellenzweiter nach dem Rückzug der Hamburger Erstliga-Formation aufsteigen müssen. Wohlgemerkt müssen, denn ein Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga wäre kein wirklicher Erfolg gewesen. Zum einen sportlich, denn die Unterschiede zwischen Erst- und Zweitklassigkeit sind sehr groß. Aber auch finanziell wäre es ein schwer zu kalkulierendes Abenteuer geworden. „Wir fühlen uns wohl in der Zweiten Liga“, sagt Manager Markus Corsten, der beim Kampftag in Vorsfelde (bei Wolfsburg) die urlaubende Julia Janßen vertrat. Der „Aushilfstrainer“ stellt aber klar: „Wir haben nicht mit Absicht verloren. Wenn eine Kämpferin auf der Matte steht, dann will sie auch gewinnen.“ Und so gingen die Branderinnen die Duelle mit Hermannsburg und Vorsfelde an, und zweimal legte Marei Richter mit cleveren und siegreich beendeten Kämpfen einen guten Start hin. Doch da in beiden Duellen die Klasse bis 48 Kilogramm kurzfristig nicht besetzt werden konnten, standen am Ende jeweils 3:4-Niederlagen, die Markus Corsten „unnötig“ fand. Rein sportlich gesehen, denn „wer weiß, wofür es gut ist. Der Sprung in die Erste Liga wäre zu groß gewesen, und so sind wir nicht allzu traurig, dass es so gekommen ist.“

Hermannsburg – Brand 4:3,
- 52 kg: Cynthia Hildebrand - Marei Richter 0:10 (0:57)
- 70 kg: Yvonne Odink - Sabrina Schemmel 10:0 (0:49)
- 63 kg: Janny van der Meer - Melissa Quadflieg 0:10 (0:02)
- 57 kg: Miriam Garmatter - Inken von der Recke 10:0 (0:30)
- 78 kg: Imke Schumann - Ilona Savelkoul 10:0 (0:46)
- 48 kg: kampflos für Vorsfelde
+ 78 kg: Inken Hildebrandt - Hannah Brankers 0:10 (0:59)

Vorsfelde - Brand 4:3,
- 52 kg: Annika Wittekindt - Richter 0:10 (3:05)
- 70 kg: Giovanna Scoccimarro - Schemmel 10:0 (1:07)
- 63 kg: Anna Lachetta - von der Recke 10:0 (0:20)
- 57 kg: Janne Ahrenhold - Melanie Savelkoul 0:5 (4:00)
- 78 kg: Merle Wittekindt – I. Savelkoul 0:10 (0:39)
- 48 kg: kampflos für Vorsfelde
+ 78 kg: Svenja Habenicht – Brankers 10:0 (1:39)

(AZ/AN vom 29.09.2014)

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 16.10.2014

Erstellt am: 02.10.2014


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