Nach oben geht nichts mehr

Die Judoka von Hertha Walheim wollen die Saison vernünftig über die Bühne bringen. Die Frauen des Brander TV könnten aufsteigen, wollen aber nicht.
Aachener Zeitung und Nachrichten
Vor dem letzten Kampftag in der 2. Judo-Bundesliga

2. BUNDESLIGA

Zwei Kämpfe noch, dann ist die Saison in der 2. Bundesliga für die Judoka von Hertha Walheim beendet. Am Samstag geht es beim KSC Asahi Spremberg und am darauffolgenden Samstag gegen den JC Braunschweig noch einmal auf die Matte, um die Saison vernünftig über die Bühne zu bringen. Nach der doch recht langen Sommerpause haben nicht alle Herthaner vernünftig gearbeitet und lassen darüber hinaus die richtige Einstellung vermissen – zum Missfallen der Verantwortlichen. Für manch einen scheint die Verlockung auf ein freies Wochenendes größer, als sich am Freitag ins Auto zu setzen, rund 750 Kilometer in den Osten des Landes zu fahren, am Samstag in Spremberg zu kämpfen und am Sonntag schließlich wieder 750 Kilometer auf der Autobahn zu verbringen…

Alleine verantwortlich

Patrick Haas kann das nicht so ganz nachvollziehen, „so viele Kampftage haben wir ja nicht. Und für mich gab und gibt es an einem Kampftag immer nur Judo“, sagt der Trainer, der für die beiden letzten Kampftage alleine verantwortlich sein wird. Sein bisheriger „Mit-Trainer“ Frank Heynen hat sich erst einmal zurückgezogen, zumal er an diesem Wochenende seinen Bruder Jörg und Uli Kreutz bei der WM der Veteranen im spanischen Malaga betreut.

„Nach oben“ geht für die Walheimer nichts mehr, Mönchengladbach und Holle werden am Samstag im direkten Duell den Bundesliga-Aufsteiger unter sich ausmachen. Klar ist für Patrick Haas, dass „auch gegen Braunschweig nur die auf die Matte gehen, die mit nach Spremberg fahren“. Verletzungsbedingt fehlt im vorletzten Saisonkampf Robert Westerkamp (Schulter-Operation), Graatje Weber ist in Schweden für die Niederlande bei einem Turnier im Einsatz, Maxime Junghänel auf Klassenfahrt. Ein Extralob von Patrick Haas kassiert noch Rupert Hammen, der während seines Urlaubs immer wieder mal Stützpunkte aufgesucht hat, um trainieren zu können und im Rhythmus zu bleiben. (fö)

FRAUEN, 2. BUNDESLIGA

Es sind ehrliche Worte, die da von Julia Janßen kommen. Die Trainerin des Judo-Zweitligisten Brander TV schaut vor dem letzten Doppel-Kampftag in Vorsfelde auf eine gelungene Saison zurück. Eine Mahnung schwingt aber trotzdem mit. Es könnte durchaus passieren, dass die Branderinnen – je nach Verlauf am vierten und letzten Kampftag – „plötzlich“ in der Ersten Liga stünden. Doch da möchte die Trainerin mit ihrem Team noch gar nicht hin. „Wir wollen den dritten Rang verteidigen“, sagt sie über das vorrangige Brander Ziel. „Mehr“ wäre insgesamt wohl weniger, denn „vom Niveau her ist die Erste Liga noch eine Nummer zu groß für unsere jungen Kämpferinnen“, vermutet Janßen. Sie hat selbst in der Eliteklasse gekämpft und weiß ganz genau, wovon sie spricht. „Mir ist es lieber, in den nächsten zwei bis drei Jahren unsere Position in der Zweiten Liga zu stabilisieren und unsere Mannschaft weiter mit jungen, motivierten und vereinseigenen Kämpferinnen aufzubauen“, sagt sie. Janßen nimmt außerdem an, „dass wir unseren Teamgeist, also unser größtes Kapital, mit einem verfrühten Aufstieg gefährden könnten“. Die letzte Aufgabe der Saison führt die Branderinnen zu den Vergleichen mit dem TuS Hermannsburg und dem MTV Vorsfelde. „Wir sind in jeder Klasse mit den Kämpferinnen besetzt, die auch schon an den letzten Kampftagen überzeugt haben, so dass wir wieder gewohnt stark auftreten können“, sagt die Trainerin. Aber nicht zu stark, wenn nur die Zweite Liga „gehalten“ werden soll.(mali)

(AZ/AN vom 25.09.2014)

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 16.10.2014

Erstellt am: 25.09.2014


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