Das Walheimer Judo-Wunder

Die Hertha liegt gegen Spremberg schon mit 2:6 in Rückstand und gewinnt in der 2. Bundesliga noch mit 8:6. Furioses Comeback von Marlon Hütten.
Aachener Zeitung und Nachrichten
Das Walheimer Judo-Wunder

Feierte ein furioses Comeback nach 16-monatiger Verletzungspause: Marlon Hütten (dunkler Anzug) steuerte zwei Punkte zum Erfolg gegen den KSC Asahi Spremberg bei. Foto: Ulrich Niemann

Von Heribert Förster
Walheim. Arthur Westerkamp fand, „es war ein Sch . . . kampf von mir“. Sein Trainer Patrick Haas sagte: „Über den Auftritt wird zu reden sein.“ Als der 90-kg-Kämpfer auf die Matte ging, war der Kampf des TSV Hertha Walheim in der 2. Bundesliga Nord gegen den KSC Asahi Spremberg verloren. 2:6 lagen die mit einigen Erwartungen in das Duell gegangenen Walheimer zurück, und nach 4:59 Minuten der fünfminütigen Kampfzeit lag Arthur Westerkamp mit einer Wertung in Rückstand.

Doch dann leitete Westerkamp mit der letzten Aktion die Wende in einem Bundesliga-Kampf ein, „den es so bei uns noch nie gegeben hat und den es so auch nie wieder geben wird“ (Haas). Die Walheimer Athleten trumpften in der Folge groß auf, gewannen alle noch folgenden Duelle und am Ende stand ein unfassbarer 8:6-Erfolg nach dem 2:6-Rückstand auf der Anzeigetafel. Die Menschen in der gut gefüllten Halle tobten, die Walheimer feierten, jubelten, liefen wie kleine Jungs mit strahlenden Gesichtern aufgeregt über die Matte. Aber an wem ist der Erfolg festzumachen?

An Marlon Hütten, der 16 Monate pausieren musste wegen einer Schulterverletzung, zwei blitzsaubere Kämpfe zeigte und ein furioses Comeback feierte. „Ein sensationelles Gefühl, besser geht es einfach nicht.“

An Erich Klinspon, der seinem Ruf als „verrückter Kämpfer“ einmal mehr gerecht wurde. Einem dummen Fehler in Runde eins folgte ein starker Auftritt im letzten Kampf des Abends. Der Neuzugang bewies, dass er ein großer Kämpfer werden kann.

An Dax Biesbrouck, der im zweiten Durchgang Tobias Mol (Haas: „Der gewinnt alles in dieser Liga“) trotz zehn Kilogramm „Untergewicht“ auf die Matte zwang.

An Rupert Hammen, der den wesentlich stärker eingeschätzten Johannes Kruse beherrschte und auf 3:6 verkürzte. Haas: „Ruperts Sieg war die Wende.“

Am Teamgeist, denn die Walheimer bewiesen in der Einzelsportart Judo, dass ihre Maxime („Wir definieren uns als Mannschaft“) keine leere Phrase ist.

Die Kämpfe in der Reihenfolge, in der gekämpft wurde, 1. Durchgang, Klasse + 100 kg: Jur Spijkers - Sebastian Bähr 0:10 (Kampfzeit: 2:09 Minuten) - 73 kg: Hans-Martin Kühn - Nils Dochow 0:10 (4:28) - 100 kg: Lars Entgens - Tobias Mol 0:5 (5:00) - 81 kg: Marlon Hütten - Johannes Karsch 10:0 (3:05) - 90 kg: Dax Biesbrouck - Oleg Ilts 10:0 kampflos - 60 kg: Nils Torben Becker - Maximilian Zimmermann 0:10 (1:19) - 66 kg: Erich Klinspon - Michael Daue 0:10 (1:21)

2. Durchgang, Klasse + 100 kg: Tom Grootjans - Bähr 0:10 (2:22) - 73 kg: Ruppert Hammen - Johannes Kruse 10:0 (3:35) - 100 kg: Biesbrouck - Mol 10:0 (2:30) - 81 kg: Hütten - Kevin Schroeder 10:0 (0:34) - 90 kg: Arthur Westerkamp - Johannes Karsch 7:0 (5:00) - 60 kg: Becker - Tom Storim 7:0 (5:00) - 66 kg: Klinspon - Daue 10:0 (3:10)

(AZ/AN-Bericht vom 27.04.2015)

Bildergalerie 1 zum Kampftag

Bildergalerie 2 zum Kampftag

Bildergalerie KEM U12 / U15

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 15.08.2016

Erstellt am: 15.08.2016


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