Hertha-Trainer Patrick Haas hat die „Qual der Wahl“

Zweitligist Walheim startet mit einem Heimkampf gegen Spremberg in die neue Saison. „Es wird Härtefälle geben.“
Aachener Zeitung und Nachrichten
Hertha-Trainer Patrick Haas hat die „Qual der Wahl“

Von Heribert Förster

Walheim. Patrick Haas muss ein bisschen überlegen. Wann er denn das letzte Mal in dieser komfortablen Situation gewesen sei, lautete die Frage. „Schon lange nicht mehr“, sagt der Trainer des Judo-Zweitligsten TSV Hertha Walheim schließlich, und Haas weiß, dass dieser Luxus auch „nicht so einfach“ zu händeln sein wird.

Wenn die Walheimer an diesem Samstag um 18 Uhr in der Halle des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster zu ihrem ersten Kampf in der neuen Saison gegen den KSC Asahi Spremberg (Bundesland Brandenburg) auf die Matte gehen, hat Haas „die Qual der Wahl“. Bis auf Robert Westerkamp (Folgen seiner Schulter-OP) und Max Baczak (Auslandsaufenthalt in Australien) sind alle Kämpfer einsatzbereit.

„Es wird Härtefälle geben“, sagt Haas, der sich auf zwei Kämpfe ganz besonders freut. „Das werden Generationsduelle“ sagt der Trainer, der angesichts der großen Auswahl nicht selbst auf die Matte gehen dürfte (Klasse - 90 kg). Denn in der Klasse - 100 kg messen sich die hoch talentierten Niederländer Jur Spijkers, 18, und Neuzugang Tom Grootjans, 19, mit dem Spremberger Routinier Sebastian Bähr, 33. Dass die Herthaner auf Spijkers und Grootjans setzen, dokumentiert ihre Maxime auch in diesem Jahr: Junge Athleten einsetzen und jeden einzelnen Sportler weiterentwickeln. Wenn das mit Siegen gekrönt wird, schön, wenn nicht, auch nicht schlimm.

Die Spremberger haben ihren Auftaktkampf mit 10:4 gegen den JC Braunschweig gewonnen, scheinen auch mit einer starken Formation die lange Reise aus dem Osten des Landes in den Westzipfel in Angriff zu nehmen, so dass spannender und auch gutklassiger Judo-Sport zu sehen sein dürfte.

Seine Zuversicht begründet Haas auch mit dem Trainingslager vor zwei Wochen, „alle haben prima mitgezogen, wir haben mit hoher Intensität unsere Einheiten absolviert.“ Längst sind die Neuzugänge bei der Hertha integriert, einige dürften am Samstag auch auf der Matte stehen. Ob Henrik Lauer, Daniel Wegner oder Dax Biesbrouck, sie alle wollen unbedingt beim Auftakt dabei sein.

„Ich werde in einige unglückliche Gesichter sehen“, weiß Haas, „aber das ist dann mein Problem“. Und eines, mit dem er sich lieber auseinandersetzt als mit so mancher Situation im vergangenen Jahr, als er aufgrund des großen Verletzungspechs kaum Alternativen hatte.

(AZ/AN vom 24.04.2015)

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 23.04.2016

Erstellt am: 24.04.2015


Related content