Haas: „Mit einem 7:7 könnte ich gut leben“

Hertha Walheim kämpft in der 2. Judo-Bundesliga heute gegen den Tabellenführer aus Bottrop. Liegt Patrick Haas mit seiner Vorhersage wieder richtig?
Icon TSV Hertha Walheim
Haas: „Mit einem 7:7 könnte ich gut leben“

Hertha Walheims Trainer Patrick Haas. Foto: Ulrich Niemann

Walheim. Patrick Haas hat schon immer einiges ausgezeichnet. Der Athlet des TSV Hertha Walheim war (ist) ein prima Kämpfer, ein guter Trainer und vor allem ein leidenschaftlicher Judoka. Und ein Mann, dessen Vorhersagen in vergangenen Bundesliga-Zeiten nicht selten eingetroffen sind. Also lassen wir den Mann, der in 14 Jahren bei der Hertha lediglich einen (!) Ligakampf verpasst hat, noch einmal prophetisch aktiv werden. „Ein 7:7 ist denkbar“, sagt Haas vor dem Zweitliga-Duell heute mit dem nach drei Kämpfen noch punktverlustfreien Tabellenführer JC 66 Bottrop.

Doch wenn sich ab 18 Uhr die Kämpfer in den 14 Duellen in der Sporthalle des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster auf der Matte begegnen, wird die Hertha nicht die beste Formation zur Verfügung haben. Aus persönlichen Gründen muss Walheim, das seinen bisher einzigen Saisonkampf nach einer furiosen Aufholjagd und einem 2:6-Rückstand noch mit 8:6 gegen den KSC Asahi Spremberg gewann, auf Nils Becker verzichten.

Im Prüfungsstress

Zwei Punkte eines deutschen Kämpfers in der 60-kg-Klasse (Bottrop hat hier seine Schwächen) wären auf dem Weg zum angestrebten Unentschieden gut zu gebrauchen gewesen. Marcel Leenings wird für die Hertha in der leichtesten Gewichtsklasse auf die Waage gehen, ob Niclas Plomb eine Alternative sein kann, entscheidet sich erst kurzfristig – der Belgier steckt im Prüfungsstress.

„Oben“ nicht optimal besetzt

Da auch bei den „schweren Jungs“ Jur Spijkers wegen einer Lungenentzündung ausfällt und nur sein niederländischer Landsmann Tom Grootjans anreist, ist die Hertha in den höheren Gewichtsklassen nicht optimal besetzt. So ist auch das taktische Geschick des Trainers gefragt, der vorhersagt: „Wenn Bottrop bei uns gewinnt, dann steigen sie auch auf.“ Was im Umkehrschluss heißen könnte: Wenn Walheim gewinnt, steigt die Hertha auf. Für Haas ist das (noch) kein Thema. „Dafür haben wir zu wenige Kämpfe absolviert in dieser Saison.“

Gespannt darf man sein auf den Auftritt von Erich Klinspon (Klasse bis 66 kg), der wie Marlon Hütten (-81 kg) und Lars Entgens (+100 kg) bei den deutschen Hochschul-Meisterschaften in Rostock überzeugte. Alle drei Herthaner kehrten mit der Bronzemedaille von der Ostsee zurück, mussten sich nur Auswahlkämpfern geschlagen geben. Neben Neuzugang Klinspon sowie Leenings und eventuell Plomb (beide - 60 kg) werden auch Rupert Hammen und Loic Demierbe (beide -73 kg), Hütten, Henrik Lauer, Graatje Weber (alle -81 kg), Max und Arthur Westerkamp (beide -90 kg), Entgens, Haas (beide -100 g) und Grootjans (+100 kg) den Hertha-Anzug tragen. Sicherlich keine schlechte Auswahl, doch quantitativ ist Zweitligist Hertha Walheim heute nicht so üppig besetzt, um im zweiten Durchgang den Gegner vielleicht mit taktischen Varianten überraschen zu können.

Ach ja, Patrick Haas hält auch ein „6:8 oder 8:6 für denkbar“, kann zumindest wie schon gegen Spremberg einen „spannenden Judo-Tag“ versprechen (ab 15 Uhr kämpft schon die Zweite in der Regionalliga gegen Witten-Annen II und Münster) und würde das Wochenende genießen können, wenn sein Wunsch in Erfüllung geht. „Mit einem 7:7 könnte ich auch gut leben.“ (fö)

„Wenn Bottrop bei uns gewinnt, dann steigen sie auch auf.“
Patrick Haas, dessen taktisches Geschick gefragt ist.

(AZ/AN vom 13.06.2015)

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 15.06.2015

Erstellt am: 13.06.2015


Related content