Ruppert Hammen sorgt für Begeisterung

Aber Hertha Walheim verliert in der 2. Judo-Bundesliga mit 5:9 gegen Tabellenführer Bottrop. Der JC und das „alte Hertha-Konzept“.
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Ruppert Hammen sorgt für Begeisterung

Begeistert die Zuschauer: Der Walheimer Rubert Hammen (links) setzt sich mit einer überragenden Leistung gegen den Bottroper Hamsat Isaev durch. Foto: Ulrich Niemann

Von Heribert Förster

Walheim. Hallensprecher Jörg Heynen verband seine Begrüßung an die Zuschauer mit der Hoffnung, „dass wir hier heute guten Judosport sehen“. Der Wunsch ging in Erfüllung, und auch wenn der TSV Hertha Walheim in der 2. Bundesliga seinen Kampf gegen den JC 66 Bottrop mit 5:9 verloren hat: Kein Zuschauer verließ die Halle enttäuscht. Gutes Judo gab es reichlich, „klar, wenn man drei Weltklasse-Athleten auf der Matte stehen hat“.

Sagt Patrick Haas, der den Sieg der Gäste neidlos anerkennen konnte. Der Walheimer Trainer und Kämpfer hatte das „alte Hertha-Konzept“ bei den Gästen erkannt, auf vier sichere Ausländerpunkte zu setzen. Die Rechnung ging auf, die Niederländer Michael Korrel (Klasse bis 100 kg) mit zwei Siegen sowie je einmal Dax Elmont (-81 kg) und Junior Degen (-66 kg) legten den Grundstein für den Bottroper Sieg.

Patrick Haas, in der Vergangenheit oft ein guter Vorhersager der Endergebnisse, hatte im Vorfeld auf ein 7:7 gehofft. Und es wäre auch möglich gewesen. „5:9, das hört sich wieder so klar an“, haderte Haas, der aber im Großen und Ganzen seiner jungen Mannschaft keine Vorwürfe machen konnte und wollte. Auch seine Athleten hatten gutes Judo gezeigt, einige mussten halt ein bisschen Lehrgeld zahlen.

Gratulation an Pahnke

So im Schwergewicht Tom Grootejans, der junge Niederländer, der zweimal Tobias Pahnke gratulieren musste und gemerkt hat, dass die Klasse der schweren Jungs auch in der deutschen Zweiten Liga gut besetzt ist. „Wenn wir unbedingt hätten gewinnen wollen, hätte ich vielleicht anders aufgestellt“, sagte Haas, der aber Grootejans durchaus die Möglichkeit geben wollte, zu lernen.

So wie innerhalb eines Kampftages Max Westerkamp gelernt hat. Im Auftaktkampf agierte der derzeit bärenstarke 20-Jährige nervös, gehemmt, fast lethargisch, und verlor gegen den in der Zweiten Liga noch unbesiegten Stefan Urselmann. Um dann im zweiten Durchgang seine wahre Klasse zu zeigen. Nach gerade einmal 19 Sekunden entschied Max Westerkamp das Duell für sich und verkürzte nach dem 2:5-Halbzeitstand. Viele der begeisterungsfähigen Zuschauer dachten da schon wieder an eine Aufholjagd wie im ersten Heimkampf der Saison gegen Spremberg, als die Hertha einen 2:6-Rückstand noch in einen 8:6-Erfolg wandeln konnte.

Wahre Begeisterungsstürme

Und die Hoffnung wuchs, als Ruppert Hammen für wahre Begeisterungsstürme sorgte mit seinem nicht zwingend zu erwartenden Erfolg gegen den im Bodenkampf enorm starken Hamsat Isaev. Allein Haas jubelte nicht mit. „Mir ist die Kinnlade nach unten gefallen, ich war sprachlos. Das war eine überragende Leistung, einfach bärenstark“, erklärte der Trainer seinen „stillen Jubel“. Nur noch 4:5, doch es kamen ja noch einige der niederländischen Weltklasse-Athleten auf Seiten der Bottroper zum Einsatz, die damit auf dem besten Weg sind, in die Bundesliga zurückzukehren.

Ein Sonderlob verdiente sich noch Marcel Leenings, der in der leichtesten Gewichtsklasse erneut einen Punkt für die Hertha sammelte, „obwohl er schon zuvor in der zweiten Mannschaft im Einsatz war“, freute sich Haas, dessen Mannschaft nun erst wieder im September auf die Matte darf.

Die Duelle in der Reihenfolge, in der gekämpft wurde,

1. Durchgang,

Klasse bis 90 kg: Max Wes-terkamp - Stefan Urselmann 0:10 (Kampfzeit: 1:11 Minuten)
-73 kg: Loic Demierbe - Hamsat Isaev 0:10 (4:35)
- 60 kg: Marcel Leenings - Niklas Luckai 5:0 (5:00)
- 100 kg: Lars Entgens - Michael Korrel 0:10 (0:53)
-81 kg: Marlon Hütten - Daxenos Elmont 0:10 (4:07)
-66 kg: Erich Klinspon - Kalala Ngoy 10:0 (2:31),
+100 kg: Tom Grootejans – Tobias Pahnke 0:10 (0:19)

2. Durchgang,
- 90 kg: Max Westerkamp - Urselmann 10:0 (0:19)
-73 kg: Ruppert Hammen - Isaev 10:0 (3:07)
- 60 kg: Leenings – Jens Malewany 0:10 (4:26)
- 100 kg: Patrick Haas - Korrel 0:10 (1:45)
-81 kg: Graatje Weber – Marcel Gosens 10:0 (1:29)
-66 kg: Klinspon – Junior Degen 0:10 (1:08),
+100 kg: Grootejans – Pahnke 0:10 (1:10)

(AZ/AN vom 15.06.2015)

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Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 15.08.2016

Erstellt am: 15.06.2015


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