„Wir definieren uns als Mannschaft“

Aber die Entwicklung der Einzelkämpfer steht auch in der neuen Saison bei Judo-Zweitligist Hertha Walheim im Vordergrund
Icon TSV Hertha Walheim
„Wir definieren uns als Mannschaft“

Der Trainer und sein Aushängeschild: Patrick Haas (rechts) kann auch in der neuen Saison auf Lars Entgens bauen, einen der besten deutschen Kämpfer in der Klasse bis 100 Kilogramm.

Von Heribert Förster

Walheim. Die Marschroute hat sich nicht verändert. In der neuen Saison der 2. Judo-Bundesliga lautet die Vorgabe für die Kämpfer des TSV Hertha Walheim erneut nicht: Siegen um jeden Preis. Trainer Patrick Haas verkündet auch im Jahr 2015 den bewährten Leitspruch: „Die Einzelkämpfer sollen sich entwickeln.“

Judokas sind Einzelkämpfer, aber dennoch „definieren wir uns als Mannschaft“. Für Haas kein Widerspruch, denn durch den Zusammenhalt und das gemeinsame Auftreten dürfte sich jeder Einzelne auch auf der Matte verbessern. Zumal in Walheim, anders als an vielen anderen Erst- und Zweitliga-Standorten, die Gemeinschaft gepflegt wird. Mittwochs wird in Walheim gemeinsam trainiert, der fast komplette Kader trifft sich zudem donnerstags im Leistungszentrum in Köln zu Einheiten. Und Patrick Haas legt Wert auf die Feststellung: „Unsere Kampftage sollen für die Kämpfer mit die schönsten Tage im Jahr sein.“ Ein, zwei Athleten, mit denen Haas über einen Wechsel verhandelt hat, haben immer wieder die Frage nach dem Geld gestellt. „Da hab‘ ich den Kontakt abgebrochen“, erzählt der Trainer, für den die charakterliche Stärke des Kämpfers ein wesentlicher Faktor ist.

Und der Sportler sollte aus der Region kommen, „wir wollen das Alternativprogramm zu den Volleyballerinnen sein“, sagt Haas ein wenig süffisant. Für die am 18. April beginnende Saison kann er einige Neuzugänge begrüßen. Erich Klinspon, 19 Jahre jung, Student an der RWTH, ein vielversprechendes Talent in der Klasse bis 66 Kilogramm. Er trug zuletzt den Anzug der Judo Crocodiles Osnabrück.

Hans Martin Kühn (27, -73 kg) wechselt vom 1. Godesberger JC, wo der „Alt-Herthaner“ Florin Petrehele als Trainer aktiv ist und immer wieder Kämpfer in den Westen der Republik vermittelt. Von dort kommt auch der Dritte der U 18-DM, Majed Baiazad (-81 kg). Aus der belgischen Trainingsgruppe von Hertha-Urgestein Damien Bomboir könnten Loic Demierbe (20, - 73 kg) und Hanci Osman (27, - 81 kg) eingesetzt werden. Die Auswahl „verfeinern“ in der letztjährigen Problem-Klasse bis 81 kg Marlon Hütten, der ein Jahr wegen seiner Schulterverletzung pausieren musste und Henrik Lauer, 28, der zuletzt bei Erstligist SUA Witten im Kader stand. „Ein feiner Kerl“, sagt Haas und betont direkt den regionalen Bezug: Lauers Partnerin kommt aus Setterich.

Mit David Wegner (7. der U 21-DM) aus Godesberg und dem Niederländer Dax Biesbrouck wird die Auswahl in der 90-kg-Klasse größer, und in der Klasse + 100 kg ist „Oranje“ besonders stark vertreten. Neben dem „ewigen Grim“ Vuijsters gehen mit Jur Spijkers und Neuzugang Tom Grootjans die Finalisten der nationalen U 21-Titelkämpfe auf die Matte.

Da mit Maxime Junghänel (-66 kg, Mönchengladbach) und dem Belgier Toma Nikiforov (-100 kg, Witten) nur zwei Kämpfer die Hertha verlassen haben, scheint das Aufgebot ausgeglichener, besser besetzt zu sein. „Wir haben vor allem nicht mehr den Zwang, in den Klassen bis 66 und bis 81 Kilogramm Ausländer einsetzen zu müssen“, freut sich Haas über mehr Variationsmöglichkeiten, wenn nach dem für Walheim kampffreien 18. April der KSC Asahi Spremberg am Samstag, 25. April, bei der Hertha antritt. Da der PSV Bochum zurückgezogen hat, sind in der Nord-Staffel nur noch sechs Mannschaften. Favoriten sind für Haas der 1. JC Mönchengladbach und Erstliga-Absteiger JC 66 Bottrop, „wir wollen Zweiter werden“.

Und wenn‘s mehr werden sollte? „Wir würden aufsteigen“, sagt Haas, der nur im „Notfall“ selbst noch einmal auf die Matte will und als Top-Kämpfer natürlich weiter auf Eigengewächs Lars Entgens (- 100 kg) setzt. Aber die Walheimer müssen halt nicht.

Aus diesen 29 Athleten wird ein Team gebildet
- 60 kg: Nils Becker, Nicolas Plomb (BEL), Marcel Leenings
- 66 kg: Eric Klinspon (N), Jérémy Cadoux-Duc, Thomas Cadoux-Duc (beide FRA), Damien Bomboir (BEL)
- 73 kg: Hans Martin Kühn (N), Berni Bolz, Loic Demierbe (BEL/N), Rupert Hammen, Max Baczak
- 81 kg: Majed Baiazad (N), Marlon Hütten, Graatje Weber (NL), Osman Hanci (BEL/N), Henrik Lauer (N), Florin Petrehele
- 90 kg: David Wegner (N), Dax Biesbrouck (NL/N), Patrick Haas, Arthur, Max und Robert Westerkamp
- 100 kg: Lars Entgens, Pascal Noppenberger
+ 100 kg: Tom Grootjans (N), Grim Vuijsters, Jur Spijkers (alle NL)

BEL = Belgien; NL = Niederlande; FRA = Frankreich; N = Neuzugang; Pro Kampf dürfen maximal vier Ausländer zum Einsatz kommen

Die fünf Kampf-Termine der Walheimer in der neuen Saison:
25.4.: Walheim - Spremberg
13. 6.: Walheim - Bottrop
12. 9.: Mönchengladbach - Walheim
26.9.: Walheim - Köln
10..10.: Braunschweig - Walheim

Die ersten beiden Heimkämpfe finden wie gewohnt in der Halle des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster statt, der Kampf gegen Köln wird im Zinkhütter Hof in Stolberg ausgetragen.

„Unsere Kampftage sollen für die Kämpfer mit die schönsten Tage im Jahr sein.“

Patrick Haas, Trainer der Walheimer Judoka

(AN-Bericht vom 26.03.2015)

 
 
 

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 23.04.2016

Erstellt am: 26.03.2015


Related content