Ein Sieg, auch wenn es „obenrum eng ist“

Um die Saison in der Zweiten Judo-Bundesliga auf Platz 2 zu beenden, muss Hertha Walheim in Braunschweig gewinnen
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Ein Sieg, auch wenn es „obenrum eng ist“

Hertha Walheim, hier Marlon Hütten (re.) im Duell mit dem Kölner Christian Hellinger, muss am Samstag den finalen Wettkampf gewinnen, um das Saisonziel zu erreichen. Foto: Ulrich Niemann

 

 

Aachen. Wenn ein Trainer weiß, dass zwei Sportler aus seiner Mannschaft ihr Heimatland bei einem internationalen Turnier vertreten, dann ist das für den Trainer eine feine Sache, es zeigt ja auch ihm, dass er gute Arbeit leistet. Wenn ein Trainer bei einer wichtigen Begegnung auf zwei Sportler aus seiner Mannschaft verzichten muss, weil sie bei einem internationalen Turnier antreten, dann ist es oft nicht mehr so eindeutig, wie fein diese Sache wirklich ist. Aber wenn der Trainer Patrick Haas heißt, dann sagt er dennoch: „Ich freue mich für die beiden.“

Da ist Tiefe in der Mannschaft

Haas, Trainer der Judoka von Hertha Walheim, steht vor dem letzten Kampf dieser Saison in der Zweiten Bundesliga. Ausgetragen wird er am Samstag, auswärts, der Gastgeber ist Braunschweig, es geht noch um etwas. In Walheim haben sie vor der Saison beschlossen, dass sie am Ende auf Platz 2 stehen wollen, und damit das noch klappt, müssen sie diesen letzten Kampf gewinnen.

Wenn er es sich aussuchen könnte, hätte Haas Lars Entgens und Max Westerkamp sicher gerne dabei gehabt, aber die beiden werden fehlen, weil sie bei der Judo-EM der Studenten in Frankreich antreten. Und weil auch Dax Biesbrouck nicht für Walheim starten kann, sagt Haas, dass es in Braunschweig „ein bisschen eng obenrum“ werde. Er meint damit, dass er in den hohen Gewichtsklassen nicht gerade aus dem Vollen schöpfen kann. Haas sagt aber auch: „Man muss die Tiefe in der Mannschaft haben, um so etwas aufzufangen. Und die haben wir.“

Einzelgespräche geführt

Nachdem der vergangene Kampf gegen Bushido Köln auf eine Art und Weise verloren gegangen war, die für den Trainer völlig indiskutabel gewesen ist, fand er es um so wichtiger, mit den Kämpfern zu reden, in Einzelgesprächen. Von aufbauenden Worten bis zu Appellen an das Gewissen sei alles dabei gewesen, sagt Haas. Apropos dabei: Wen Gegner Braunschweig aufbieten wird, ist noch nicht sicher. Man hat einige starke Sportler aus Tschechien, die aber nicht bei jedem Kampf dabei sind. Haas nennt Braunschweig deswegen eine Mannschaft „mit zwei Gesichtern“. Er sagt: „Wenn Braunschweig sich dazu entschließt, ausschließlich eigene Kräfte antreten zu lassen, sind wir stärker.“ So oder so, unterschätzen werden die Walheimer den Gegner jedenfalls nicht. Bei einer Niederlage könne Braunschweig noch auf den letzten Tabellenplatz abrutschen, sagt Haas: „Deswegen werden die Gastgeber sicher nicht mit einer Gurkentruppe antreten.“ (chc)

(AZ/AN vom 09.10.2015)

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 20.10.2015

Erstellt am: 09.10.2015


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