Kooperation und eine enge Verzahnung

Judo-Zweitligist Hertha Walheim will seine erste Mannschaft enger mit dem eigenen Nachwuchs verzahnen. Das Team pausiert zum Liga-Auftakt.
Aachener Zeitung und Nachrichten
Kooperation und eine enge Verzahnung

Von Sigi Malinowski

Walheim. Das erste Wort, symbolisch von Patrick Haas auf die Tafel geschrieben, lautet Kooperation. Die will der Chef des Judo-Zweitligisten in dieser Saison besonders angewandt wissen. Denn die eigenen Kräfte, der Nachwuchs, sind das größte Kapital, dass die Judo-Abteilung von Hertha Walheim hat. Patrick Haas, aktiver Kämpfer und Trainer der ersten Mannschaft, will die enge Verzahnung zum Regionalliga-Team und zur Nachwuchsabteilung.

Darin sieht er ebenso wie der Coach der Zweiten, Jörg Heynen, die Zukunft und den damit verbundenen Erhalt des Bestandes der Herthaner. In dieser Saison ist die Zweite Bundesliga auf sechs Teams zusammengeschrumpft. Das bedingt, dass Haas und Co. werden erst am 4. Juni mit dem Auftaktkampf in Spremberg – das liegt fast 750 Kilometer entfernt an der polnischen Grenze – ins Liga-Geschehen eingreifen. Die Vorbereitung aufs Punkterennen läuft aber schon seit Ostern. Haas hatte ein dreitägiges Trainingscamp in Walheim eingerichtet, auch um „die beiden Teams in Sachen Gemeinschaft zu stärken“.

Auch der finanzielle Aspekt spielt in dieser Saison eine sehr wichtige Rolle. „Jeder weiß, dass wir uns keine teuren Leute leisten können, also setzen wir darauf, dass wir aus der Regionalliga-Mannschaft Talente hervorholen, die in der Ersten einsetzbar sind.“

Gemeinsames Training

Patrick Haas nennt beispielsweise Leute wie Lars Entgens oder Max Baczak, die Leistungsträger im Verein geworden sind und einer ausgezeichneten Jugendarbeit entstammen. Dazu schaut man sich auch immer wieder mal in einem Bonner Landes-Leistungszentrum um, in dem der frühere „Paradekämpfer“ der Herthaner, Florin Petrehele, einer der leitenden Ausbilder ist. „Wir haben unseren Kader so gestrickt, dass wir junge Leute über unsere zweite (Regionalliga) an die erste Mannschaft heranführen. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang, beide Teams gemeinsam trainieren zu lassen“, sagen Haas und Heynen.

Stark verändert wurde der Kader nicht. Nur drei neue Sportskameraden schlossen sich der Hertha an. Dies sind Ruben Wojnowski (-90 kg), Student Marcel Leenings (- 60 kg) und der ältere und sehr erfahrene Hubert Swiech (- 60 kg). „Gerade in den leichten Klassen sind wir gegenüber anderen sehr gut aufgestellt“, befindet Haas. Einen Rohdiamanten hat man auch in der Schwergewichtsklasse im Team. Jur Spijkers „ist monströs stark“, bewertet Patrick Haas. Der 20-Jährige wird von Grim Vuijsters trainiert. Der frühere Walheimer Held Vuijsters trug den Beinamen „König“. „Prinz Jur“ wird auf jeden Fall zu den ersten beiden Kämpfen anreisen. „Haas: „Die Zusage haben wir.“

Welche Rolle wird man in der Saison 2016 spielen? Haas‘ Wunsch: „Leverkusen, Gladbach und wir werden die ersten drei Plätze unter uns ausmachen“, geht Walheim selbstbewusst ins Rennen. Aber auch „Bushido Köln könnte etwas unangenehm werden“. Etwas „unangenehm“, weil drückend, ist die Suche nach einem Hauptsponsor. „Wir würden unseren Hallennamen an einen Sponsor vergeben“, bietet Haas an. Vielleicht gehört dieser ja im Herbst einem Erstligisten?

Zweimal muss Hertha Walheim auswärts antreten

Nur zweimal müssen die Herthaner reisen. Zum Auftakt nach Spremberg, und am 24. September tritt man in Köln an. Der erste Heimkampf ist am 25. Juni gegen Leverkusen. Die beiden weiteren sind gegen Mönchengladbach (10. September) und gegen Braunschweig (8. Oktober).

Kader der ersten Mannschaft: bis 60 kg: Nils Becker, Marcel Leenings Hubert Swiech, Nicolas Plomb; bis 66 kg: Erich Klinspon, Jeremy Cardoux-Duc; bis 73 kg: Max Baczak, Rupert Hammen, Hans-Martin Kühn, Karl-Bernhard Bolz, Loic Demierbe; bis 81 kg: Marlon Hütten, Majed Baiazid, Graatje Weber; bis 90 kg: Arthur Westerkamp, Daniel Wegner, Ruben Wojnowski, Dax Biesbrouck, Patrick Haas; bis 100 kg Lars Entgens, Max Westerkamp, Wouter Vandyck; plus 100 kg: Tom Grootjans, Jur Spijker, Trainer: Patrick Haas

Kader der zweiten Mannschaft: Marcel Leenings Hubert Swiech; bis 66 kg Bastiaan Reijnen; bis 73 kg: Andreas Gerharz, Tom Beyer, Gereon Stahl; bis 81 kg: Nikola Discher; bis 90 kg: Denis Barboni; bis 100 kg: Janis Terinde, Alexander Fuchs, Trainer: Jörg Heynen

Die Vereine der 2. Judo-Bundesliga: TSV Hertha Walheim, KSV Asahi Spremberg, Bushido Köln, TSV Bayer 04 Leverkusen, JC Braunschweig sowie 1. JC Mönchengladbach

Neu bei Walheim_2016

Autor: Ulrich Niemann

Letzte Änderung: 25.04.2016

Erstellt am: 22.04.2016


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